Wandern im Knüllgebirge
Verschlungene Wanderwege führen durch Wälder soweit das Auge reicht. Dazwischen alte Mühlen, Burgen und Kirchen. Das ist das Knüllgebirge, eine Wanderregion im Norden von Hessen. Mit 635 Metern ist der Eisenberg der höchste Berg des Knüllgebirges. Auch das Knüllköpchen und den alten Steinbruch am Nöll sollte man gesehen haben. Die spannendsten Wanderwege der Region führen durch die Lochbachklamm und den Hutewald bei Rengshausen. Diese Wanderwege haben auch die Auszeichnung ‘Premiumwanderweg’ erhalten.
Wandern durch die wilde Klamm: Der Lochbachpfad
Zwischen Hombach und Knüllwald hat der Lochbach eine tiefe Klamm in die Landschaft gefressen. Die Lochbachklamm gilt als das schönste Naturdenkmal im Knüllgebirge. Der Bach schlängelt sich durch eine malerische Schlucht, während das Gestein im Bachbett in den Farben rot und blau schimmert. Der rund neun Kilometer lange Lochbachpfad ist sehr gut markiert und gilt daher als Premiumwanderweg. Außerhalb der Klamm führt der Pfad durch weite Wiesen mit wilden Orchideen. Grillplätze und Jausenstationen laden zum Verweilen ein.
Ein Naturdenkmal: Der Hutewald bei Rengshausen
Ein weiterer Premiumwanderweg der Region ist der Hutewaldweg. Weil die Wiesen und Weiden der Region rund um die Gemeinde Knüllwald früher für das Vieh zu wenig Futter geliefert haben, haben die Bauern ihre Tiere zum Fressen in den Wald getrieben. Dadurch entstand eine sehr seltene Waldform mit weniger Bäumen und Pflanzen, als in einem herkömmlichen Wald. Bis heute ist der Wald in seiner alten, parkähnlichen Form erhalten. Wanderer können ihn auf dem zwölf Kilometer langen Hutewaldweg ausgiebig erkunden. Ausgangs- und Endpunkt der Wanderwegs ist die Freizeitanlage Rengshausen in der Gemeinde Knüllwald.
Überreste aus alten Zeit am Eisenberg
Wer den höchsten Berg des Knüllgebirges erklimmen möchte, sollte den Eisenberg von der Gemeinde Neuenstein aus in Angriff nehmen. Ein rund sechs Kilometer langer Panoramawanderweg führt an mehreren archäologischen Denkmälern vorbei. Der Wanderer sieht Hügelgräber aus der Bronzezeit und der Jungsteinzeit, ein Steinkreuz und die Ruine einer Kirche aus dem Mittelalter sowie die Überreste eines Eisenbergwerks aus dem 16. Jahrhundert. Auf dem Eisenberg steht zudem der Borgmannturm, ein 24 Meter hoher Aussichtsturm. Von dieser Stelle aus lässt sich bei guter Fernsicht das gesamte Knüllgebirge überblicken.
Das Knüllköpfchen: Wandern am Vulkan
Auch der zweithöchste Berg des Knüllgebirges ist eine Wanderung wert. Schließlich handelt es sich beim Knüllköpfchen um einen erloschenen Vulkan, der über ein gut ausgebautes Netz an Wanderwegen erkundet werden kann. Auf dem Knüllköpfchen befinden sich mehrere Türme: Der August-Franke-Turm, ein 12 Meter hoher Aussichtsturm am Gipfel sowie ein etwas tiefer gelegener Turm der Bundespost. Übernachten kann man in der Jugendherberge Boglerhaus. In der nahe gelegenen Jausenstation erholen sich erschöpfte Wanderer bei einem kühlen Bier von ihrer anstrengenden Tour.
Eine Tour zum Basaltwerk am Nöll
Das gesamte Knüllgebirge besteht aus Basalt, ein für den Hausbau wichtiger Rohstoff. In der Region befinden sich daher mehrere aufgelassene Basaltwerke. Sehenswert ist der alte Steinbruch am Nöll, einem rund 500 Meter hohen Berg in der Nähe der Gemeinde Oberaula. Fast 100 Jahre lang wurde an dieser Stelle Basalt abgebaut. Seit dem Jahr 1998 wird in dem Steinbruch allerdings nicht mehr gearbeitet. In dem Steinbruch hat sich in den letzten Jahren ein See gebildet.
Kulturdenkmäler im Knüllgebirge: Knottenmühle und Kanonenbahn
Bei einer Wanderung in der Region rund um Rengshausen lohnt sich auch ein Ausflug zur Knottenmühle. In den Bauwerk befindet sich heute ein Museum und eine Ferienwohnung. Im Jahr 1538 wurde die Mühle bereits schriftlich erwähnt. An dieser Stelle dürfte also bereits vor fast 500 Jahren eine Mühle gestanden sein.
Sehenswert ist freilich auch die Kanonenbahn. Dabei handelt es sich um die aus militärischen Gründen errichtete und seit Jahrzehnten stillgelegte Eisenbahnstrecke Berlin-Koblenz, die auch durch das Knüllgebirge führt. Die Eisenbahnbrücke über die Efze ist bis heute erhalten.
Siehe auch: Weitere Wander Tipps